| Kursnummer | 20603 |
| Dozent |
Dr. Helmut Orpel
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| Datum | Dienstag, 20.10.2026 19:00–20:30 Uhr |
| Gebühr | 7,00 EUR |
| Ort |
vhs-Bildungszentrum
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Im Jahr 1925 fand in der Kunsthalle Mannheim die Ausstellung Neue Sachlichkeit statt. Die Werke stammten von Kunstschaffenden, die den Ersten Weltkrieg unmittelbar erlebt hatten und zu den vorangegangenen Kunstrichtungen wie dem Symbolismus, dem Impressionismus und dem Expressionismus im Widerspruch standen. Kennzeichnend für diese Künstler war der distanzierte Blick, ähnlich dem des Mediziners, auf die gesellschaftliche Wirklichkeit. Bei den einzelnen Künstlerinnen und Künstlern dieser Zeit werden unterschiedliche Grundhaltungen offensichtlich. Bei Otto Dix und George Grosz ist es die fundamentale Kritik am Kapitalismus und am Militarismus, bei Georg Schrimpf der Rückzug in die private Idylle. Während eine Reihe der Künstler im krassen Gegensatz zu dem aufkommenden Nationalsozialismus standen, fanden andere ihren Stil mit den Kunstvorstellungen der späteren braunen Machthaber durchaus kompatibel. Im europäischen Vergleich stellt die Epoche der Neuen Sachlichkeit einen deutschen Sonderweg dar. Interessant ist hier auch einen Blick auf zeitgleichen Entwicklungen in Frankreich und Italien zu wagen.
Dr. Helmut Orpel ist Kunsthistoriker und Schriftsteller. Während und nach dem Studium arbeitete er als freier Redakteur bei verschiedenen Kunstzeitschriften und veröffentlichte zahlreiche Texte zu Kunstthemen. 1995 gründete Orpel die Kunstzeitschrift ArtProfil und war dort bis 2007 Herausgeber und Chefredakteur. Er arbeitet als freier Journalist, Dozent und Lehrer für Deutsch als Fremdsprache. Außerdem schreibt er Erzählungen und Romane. Von 2008 bis 2014 war Orpel Vorsitzender des "Literarischen Zentrums Rhein-Neckar e.V. 'Räuber 77'", das unter anderem den Mannheimer Literaturpreis der Räuber ´77 ausschreibt.