Kursnummer | 10000 |
Dozent |
Werner Schäfer
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Datum | Freitag, 05.09.2025 19:00–20:30 Uhr |
Gebühr | kostenlos |
Ort |
vhs-Bildungszentrum
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Wie die Geschichte zeigt, gäbe es keine Stadt Frankenthal ohne „Fremde“, Zuwanderer, Vertriebene, Glaubensflüchtlinge.
Zu Beginn waren es niederländische Glaubensflüchtling und französisch sprechende Wallonen die 1562 in den leergeräumten Wohnungen und Häusern des Augustiner Chorherrenstiftes eine neue Heimat fanden. “Fremde“, Ausländer, die anders sprachen. „Zugezogene“, die ihr Handwerk und ihre Kunst mitbrachten und Frankenthal zum Blühen brachten. So, dass nach nur 15 Jahren Pfalzgraf Johann Casimir die Stadtrechte erteilte. Gemeinsam mit den zugezogenen „Deutschen“ verteidigte man während des Dreißigjährigen Krieges die Heimatstadt. 1669 im Pfälzer Erbfolgekrieg wurde Frankenthal total zerstört und die Bürger zu Flüchtlinge. Nur zögerlich kehrte ein Teil nach Jahren zurück. Sie bauten die Trümmerstadt gemeinsam mit Fremden, Flüchtlingen, Heimatlosen aus halb Europa wieder auf. Kurfürst Carl Theodor erkor Frankenthal zu seiner „Fabriquenstadt“ und wieder war man auf Fremde angewiesen. Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sie sich zur Industriestadt. Bis die Nazis 1933 der Demokratie und den jüdischen Mitbürgern den Todesstoß versetzten und nach 12 Jahren Naziterror die Stadt größtenteils in Trümmern lag. Und wieder waren es Flüchtlinge die halfen die Stadt aufzubauen. Als dies nicht mehr ausreichte, holte Frankenthal aus anderen europäischen Ländern Arbeitskräfte und die Nachfahren von Deutschen, die im Osten Arbeit und „Wohlergehen“ gesucht hatten. Gemeinsam mit Diktatur- und Kriegsflüchtlingen wurde diesen Menschen Frankenthal zur Heimat.
In dem Bild-Vortrag wird Werner Schäfer vom Stadtführerteam des Frankenthaler Altertumsvereins einen Rückblick auf nahezu 500 Jahre Frankenthaler Flüchtlings-/ Zuwanderungs-/ und Demokratie-Geschichte halten.
In Kooperation mit dem Frankenthaler Altertumsverein e.V.