| Kursnummer | 10102 |
| Dozenten |
Benedict von Bremen
Rüdiger Stein |
| Datum | Donnerstag, 17.09.2026 19:00–20:30 Uhr |
| Gebühr | kostenlos |
| Ort |
vhs-Bildungszentrum
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Auch in der Pfalz mussten im Zweiten Weltkrieg Pfalz Kriegsgefangene und ausländische Zivilisten Zwangsarbeit leisten – nicht nur in Großstädten, sondern überall, auch in den kleinsten Dörfern. Sie waren in Industrieunternehmen, in der Land- und Forstwirtschaft, bei der Reichsbahn, in städtischen Betrieben, im Handwerk oder in Privathaushalten tätig. An der „Heimatfront“ gehörte Zwangsarbeit zum Kriegsalltag und war das zahlenmäßig größte und öffentlich sichtbarste NS-Verbrechen von gesamteuropäischer Dimension: Mindestens 12 Millionen ausländische Arbeitskräfte wurden in das Deutschen Reich gebracht. Auf dem Höhepunkt 1944 mussten mindestens 70.000 Männer, Frauen und auch Minderjährige aus von Deutschland besetzten Ländern, vor allem aus der Sowjetunion, Polen und Frankreich in der Pfalz arbeiten. Untergebracht wurden sie in einem der Hunderten von Lagern (vom umfunktionierten Gasthaus bis hin zur regelrechten Lagerstadt) oder bei Privatleuten. Der „ausländische Arbeitsansatz“ war eine unverzichtbare Säule der expandierenden und an Personalmangel leidenden deutschen Kriegswirtschaft, gleichzeitig stand er aber im Widerspruch zur rassistischen Ideologie des Nationalsozialismus.
Benedict von Bremen, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts für pfälzische Geschichte und Volkskunde, wird in seinem Vortrag das Projekt „Zwangsarbeit in der Pfalz 1939 bis 1945“ des Instituts für pfälzische Geschichte und Volkskunde sowie des Zentralarchivs des Bezirksverbands Pfalz vorstellen und eine Einführung in das Thema Zwangsarbeit im Zweiten Weltkrieg im Deutschen Reich und insbesondere in der Pfalz geben.
Außerdem wird Rüdiger Stein, vom Fördervereins für Jüdisches Gedenken Frankenthal, auf Lager für Zwangsarbeitende in Frankenthal eingehen.
Benedict von Bremen wuchs in Bad Dürkheim auf und studierte in Tübingen unter anderem Neuere und neueste Geschichte. Er war mehrere Jahre an verschiedenen Gedenkstätten in Baden-Württemberg tätig. Seit 2022 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts für pfälzische Geschichte und Volkskunde für das Projekt „Zwangsarbeit in der Pfalz 1939 bis 1945“.
Rüdiger Stein, Förderverein für Jüdisches Gedenken Frankenthal. Neben jüdischer Geschichte befasst er sich insbesondere mit dem Kriegsgefangenenlager Stalag XII B Frankenthal und dem Kriegsgefangenenwesen in der Pfalz im Zweiten Weltkrieg.